Formel-1-Kräfteverhältnis 2024: Das sagen die Daten nach Spanien! (2024)

(Motorsport-Total.com) - Max Verstappen siegt in Barcelona bei der nächsten vergebenen Chance von McLaren und Lando Norris, doch wie gut war die Pace der einzelnen Autos? Was sagen uns die Daten der Saison 2024? Wer hat den besten Topspeed? Wer den besten Reifenverschleiß und wie hoch ist er? Wie schnell sind die Teamkollegen zueinander?

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©Motorsport Images

Der Start zum Großen Preis von Spanien hat wohl den späteren Sieger bestimmt Zoom

Mit den Daten, die unser Technologiepartner PACETEQ zur Verfügung stellt, ist es möglich, Einblicke in die sonst verborgenen Zahlen der Formel-1-Teams zu erhalten und wir können damit alle dieser Fragen beantworten!

Rennpace: Hat wieder nicht das schnellste Auto gewonnen?

Den Daten nach zu Urteilen war beim Großen Preis von Spanien Max Verstappen der schnellste Pilot im Feld mit einem Vorsprung von gerade einmal 0,04 Sekunden pro Runde vor McLaren-Pilot Lando Norris. Dieser wurde jedoch gerade im ersten Stint maßgeblich von George Russell im Mercedes aufgehalten, was wohl alle restlichen Siegchancen nach dem verpatzten Start zunichte machte.

Bereinigt um die verschiedenen Reifenmischungen und Strategien war Russell der drittschnellste Pilot (+0,19) in Barcelona, während Ferrari im Mittel auf ein Defizit von 0,31 Sekunden pro Runde kam. Kein gutes Rennen erwischte Sergio Perez im zweiten Red Bull mit einem durchschnittlichen Rückstand von acht Zehnteln auf seinen Teamkollegen.

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Im Mittelfeld zeigte Alpine die beste Rennpace (+0,75), während Nico Hülkenberg im Haas (+0,88) auf dem Papier schneller als Esteban Ocon im zweiten Alpine war, dennoch einen Platz hinter dem Franzosen ins Ziel kam und mit Platz elf leer ausging. Im weiteren Mittelfeld enttäuschten vor allem Aston Martin (+1,29), Racing Bulls (+1,71) und Williams (+1,8).

Auf eine schnelle Runde zeigte McLaren die beste Performance mit einem Vorsprung von 0,02 Sekunden auf Red Bull. Während Mercedes und Ferrari mit einem Rückstand von etwa drei Zehnteln schon etwas zurücklagen, überraschte Alpine (+0,47) schon im Qualifying mit einer starken Pace.

Russell und Sainz als Opfer: Pirellis C1-Reifen funktioniert nicht

Wie bereits im Vorjahr war die Reifensituation in Barcelona relativ ungewöhnlich, da alle drei Reifensorten im Longrun eine ähnliche Pace bei etwa gleichem Reifenabbau zeigten. Lediglich der harte C1-Reifen fiel im Rennen etwas ab und war im Schnitt deutlich langsamer als der Soft.

Normalerweise ist dies nicht ungewöhnlich, doch da der harte Reifen kaum haltbarer als der weiche C3 war und sogar schneller verschliss als der Medium, wurden George Russell und Carlos Sainz in ihrem letzten Stint durchgereicht.

Im Gesamtreifenverschleiß reiht sich das Barcelona-Rennen im oberen Bereich der Saison 2024 ein. Im Schnitt bauten die Pirellis um 0,096 Sekunden pro Runde ab, was im Zusammenspiel mit einem Boxenstoppdelta von 23 Sekunden zu einer eindeutigen Zweistoppstrategie führte.

Saisonschnitt Reifenverschleiß: Ferrari auf einmal Reifenflüsterer Nr. 1

Im Saisonschnitt ergibt sich beim Reifenmanagement nahezu ein umgekehrtes Bild zur Vorsaison. Im Jahr 2024 ist bisher Ferrari mit großem Abstand das Team mit dem geringsten Reifenverschleiß. In den ersten zehn Saisonrennen verschlissen die Reifen am SF-24 um gerade einmal 0,065 Sekunden pro Runde. An vorletzter Stelle ist dafür überraschenderweise Red Bull (0,091).

Haas, das Problemkind der Vorsaison, hat ebenfalls gute Schritte nach vorne gemacht und liegt bisher im Mittelfeld bei einem Verschleiß von 0,089 Sekunden pro Runde. In den ersten vier Rennen fallen auch Racing Bulls und McLaren positiv auf, wobei Sauber die Pneus eher schneller verschleißt.

So sieht das Kräfteverhältnis über die ganze Saison aus!

Sieht man sich die Durchschnitte der ersten zehn Rennen an, dann war das Qualifying in Spanien ein weiterer Beweis für die zunehmend bröckelnde Dominanz von Red Bull. Bisher stand Max Verstappen in sieben von zehn Rennen auf der Poleposition, doch der Niederländer holte keine der letzten drei.

Im Durchschnitt liegt Red Bull bei der Qualifyingpace 0,25 Sekunden vor der zweiten Kraft, McLaren. Ferrari liegt mit einem Rückstand von 0,28 Sekunden knapp dahinter, während auch Mercedes (+0,43) immer näher herankommt.

Bei der Rennpace sind die Verfolger im Vergleich zum Vorjahr näher rangekommen, wobei insbesondere Ferrari und McLaren herausstechen. Im Schnitt sind die beiden Teams rund eineinhalb Zehntel pro Runde langsamer als Red Bull im Renntrimm, da beide Teams beim Reifenmanagement große Fortschritte gemacht haben.

Entwicklungsrennen: McLaren jetzt schnellstes Auto, Mercedes holt vier Zehntel auf

Das Entwicklungsrennen der Saison 2024 geht bei den Topteams bisher an Mercedes. Vergleicht man den Schnitt der Rennpace der ersten fünf Veranstaltungen mit den letzten fünf Rennen, so haben die Silberpfeile vier Zehntel auf die Spitze aufgeholt.

Den Daten nach zu Urteilen dürfte der McLaren aktuell das leicht schnellste Auto im Feld sein, nachdem man mit einem umfangreichen Update in Miami einen großen Schritt machen konnte. Ferraris Updates scheinen ebenfalls eine Verbesserung zu sein, doch Mercedes und McLaren haben mehr Zeit gefunden, während Red Bull zurückzufallen droht.

Im Verfolgerfeld sticht insbesondere Aston Martin heraus, die im Saisonverlauf etwa viereinhalb Zehntel verloren haben. Das ist insofern erschreckend, da bisher kein Team mehr Updates (29) gebracht hat wie das Team aus Silverstone. Im hinteren Mittelfeld hat dafür Alpine trotz weniger Updates viel Boden gut gemacht.

Teamduelle: Verstappen gegen Perez so klar wie noch nie?

Nach zehn Rennen haben sich bei einigen Teams nun klare Tendenzen abgeleitet, welcher Fahrer die Oberhand hat. Das eindeutigste Teamduell im Qualifying spielt sich bei Red Bull mit Max Verstappen und Sergio Perez ab, wo der Mexikaner im Schnitt sechs Zehntel aufgebrummt bekommt. Beachtlich sind auch die Duelle bei Williams und Haas. Am engsten ist es dafür bei Alpine und Ferrari.

Was ist nur mit Sergio Perez los?

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Das klarste Teamduell im Rennen ist ebenfalls bei Red Bull, wo Sergio Perez nach dem eigentlich starken Saisonstart immer mehr an Boden verliert. Im Vergleich zu den Vorjahren ist der Mexikaner nun kurz davor einen neuen Negativrekord aufzustellen. Im Qualifying 2023 fehlten Perez im Schnitt 0,621 Sekunden, bei der Rennpace im Jahr 2021 0,535 Sekunden pro Runde.

Interessanterweise hat sich kein Teamduell je nach Disziplin gedreht, was für klare Verhältnisse in den Teams spricht. Im Vergleich zum Qualifying sind jedoch Guanyu Zhou und Lewis Hamilton bei der Rennpace deutlich näher an ihren Teamkollegen dran, während Oscar Piastri aufgrund von Reifenproblemen zurückfällt.

Welches Auto hat den besten Topspeed?

Die große Frage ist natürlich, woher der Vorteil für Red Bull kommt? Das Auto ist natürlich bestens ausbalanciert, aber auch auf den Geraden kann der RB20 seine Stärken ausspielen.

Zum einen ist der RB20 erneut aerodynamisch effizient und erzeugt weniger Luftwiderstand als die Konkurrenz, doch auch beim geöffneten DRS findet Red Bull scheinbar mehr Zeit als der Rest. Doch seit diesem Jahr ist auch der Haas auf den Geraden zu einer Rakete geworden und liegt in der Geschwindigkeitsmessung leicht vor dem RB20.

Den größten Luftwiderstand erzeugt McLaren mit 4,4 km/h Rückstand, doch das Miami-Update hat den Topspeed eindeutig verbessert. Ferrari ist im Vergleich zum Vorjahr etwas langsamer auf den Geraden geworden, möglicherweise zu Gunsten des Kurvengrips und des Reifenverschleißes. Umgekehrt könnte es bei Aston Martin sein, die jetzt auf den Geraden besser sind, dafür die Reifen zu hart rannehmen.

Wer macht die besten Boxenstopps?

Ein wichtiges Kriterium für eine gute Rennstrategie sind natürlich auch die Boxenstopps. Im Schnitt verbringen die Red-Bull-Piloten die geringste Zeit beim Reifenwechsel. Nur durchschnittlich 2,35 Sekunden stehen Max Verstappen und Sergio Perez beim Reifenwechsel, das ist Bestwert in der Formel 1.

Riesige Probleme beim Reifenwechsel gibt es dafür bei Sauber. Valtteri Bottas und Guanyu Zhou stehen durchschnittlich 7,22 Sekunden beim Reifenwechsel! In Australien und Japan hat man dadurch gute Chancen auf die Punkte verspielt. Größter Pechvogel in der Boxengasse ist dabei der Finne. Bottas steht im Schnitt 8,34 Sekunden beim Reifenwechsel.

Eine ausführliche Analyse der Daten des Formel-1-Wochenendes in Spanien gibt es auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de, wo Datenexperte Kevin Hermann mit dem OneTiming von PACETEQ klärt, was neben dem Start den Ausschlag für Max Verstappens Sieg gab. Weitere Themen sind unter anderem die Formkrise von Sergio Perez und das Entwicklungsrennen.

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